CO2 Kompensation für Flugreisen

Bild: Pinkes SparschweinIn den letzten Jahren scheint sich der Begriff „klimaneutral“ zu einem echten Modewort entwickelt zu haben: Es gibt klimaneutrales Toilettenpapier, klimaneutrale Wurst und nicht zuletzt auch klimaneutrale Flugreisen. Der Begriff scheint auf den ersten Blick den Eindruck zu erwecken, dass es sich hierbei um Produkte oder Dienstleistungen handelt, bei denen die Umwelt nicht belastet wird. Dieser Eindruck sorgt gerade angesichts der Tatsache für Verwunderung, dass beispielsweise Flugzeuge nicht unbedingt für ihre gute Umweltverträglichkeit bekannt sind. Könnte es also sein, dass mittlerweile eine Methode entwickelt wurde, dank deren Hilfe die Flugzeuge, die tägliche zu Tausenden in den Himmel steigen, plötzlich keine umweltschädlichen Abgase mehr produzieren und den Treibhauseffekt nicht mehr weiter vorantreiben?

 

Diese Frage muss bei genauem Hinsehen leider verneint werden, denn „klimaneutral“ bedeutet in diesem Fall eigentlich nicht tatsächlich „neutral“, sondern eher so etwas wie „ausgewogen“ oder „ausbalanciert“. Der Begriff, der an dieser Stelle in den Raum geworfen werden sollte, lautet „CO2-Kompensation“ und dieses aufwendig klingende Wortkonstrukt lässt sich grundsätzlich relativ einfach erklären.

Was ist CO2-Kompensation?

Die CO2-Kompensation basiert auf einem relativ simplen Prinzip: Wenn ich der Erde etwas Schlechtes tue, kann ich dies dadurch ausgleichen, dass ich ihr gleichzeitig etwas Gutes tue. Diese Formulierung ist vielleicht ein wenig überspitzt, spiegelt im Grunde genommen aber genau das wieder, was unter CO2-Kompensation zu verstehen ist. Verschiedene Fluganbieter, Wurst- oder Toilettenpapierhersteller (sowie zahlreiche andere Dienstleister und Unternehmen natürlich auch), gleichen ihre Umweltsünden dadurch aus, dass sie an anderer Stelle etwas Gutes tun und dadurch eine mehr oder weniger neutrale Klimabilanz hinterlassen.

 

Infografik CO2 - KlimakompensationDiese Art von Umweltschutz wird auch als passive Maßnahme bezeichnet, da es hierbei nicht darum geht, den Zustand der Umwelt zu verbessern und negative Folgen zu vermeiden, sondern einen Ausgleich zu schaffen und dadurch den Ist-Zustand zu erhalten. Aus diesem Grund steht auch die CO2-Kompensation unter harschem Beschuss von Umweltschützern und wird immer öfter auch mit dem mittelalterlichen Ablasshandel der katholischen Kirche verglichen, bei dem die Sünder sich durch die Zahlung eines bestimmten Betrags von ihren Sünden reinwaschen konnten.

Wie ist CO2-Kompensation zu bewerten?

CO2-Kompensation sollte grundsätzlich als das bewertet werden, was sie ist – eine Maßnahme, mit deren Hilfe der Ist-Zustand trotz eines gleichbleibenden schädlichen Verhaltens nicht weiter zum Negativen hin verändert wird. Wenn die CO2-Kompensation aus dieser Richtung betrachtet wird, kann sie durchaus als eine sinnvolle Maßnahme betrachtet werden. Dementsprechend kann es sich lohnen, diejenigen Unternehmen zu unterstützen, die sich zumindest insofern Gedanken über den Umweltschutz gemacht haben, als dass sie eine finanzielle Unterstützung für diesen zu zahlen bereit sind. Daneben sollte aber gleichzeitig nicht vergessen werden, dass Maßnahmen, die dazu beitragen die schädlichen Einflüsse des Menschen auf die Umwelt per se zu reduzieren, trotzdem einen deutlich höheren Stellenwert haben sollten.

Co2-Kompensation im Flugzeug

Flugzeug von vorneViele Flugreisende nehmen bei ihren täglichen, wöchentlichen oder jährlichen Flugreisen immer einen unsichtbaren Begleiter mit auf Reisen: das schlechte Gewissen. Schließlich sind Flugreisen bekanntermaßen durch einen hohen Ausstoß von CO2 gekennzeichnet, bieten gleichzeitig aber oftmals die einzig wirklich Alternative für längeres oder häufiges Reisen. Da der einzelne Fluggast aber meist nur wenig Mitbestimmungsrecht hat, wenn es darum geht, die Umweltschutzmaßnahmen von Fluggesellschaften zu beeinflussen, bietet der passive Umweltschutz in Form der CO2-Kompensation diesbezüglich eine lohnenswerte Alternative. Die sogenannten Kompensationsanbieter bieten auch für Privatleute die Möglichkeit, eine Ausgleichszahlung abzuleisten. Diese wird je nach individueller Flugroute ermittelt und kann dann direkt an den Kompensationsdienstleister oder die Fluggesellschaft bezahlt werden. Mitunter kommt es auch vor, dass verschiedene Fluggesellschaften den Kompensationsausgleich für ihre Passagiere übernehmen. Dies ist bisher allerdings nur ein Ausnahmefall, bisweilen zeigt sich die Realität dergestalt, dass es den meisten Passagieren nicht möglich ist, direkt über den Fluganbieter ihren Kompensationsausgleich zu zahlen.

Stattdessen muss dieser über einen sogenannten Kompensationsanbieter abgeleistet werden, von denen jedoch viele mit mehr als fragwürdigen Methoden operieren. Das Institut für Tourismus und Bäderforschung hat im Jahr 2010 allerdings mehrere Anbieter unter die Lupe genommen und dabei drei Kompensationsdienstleister entdeckt, die uneingeschränkt zu empfehlen sind. Hierzu gehören atmosfair, myclimate und arktik. Wer also vorhat seine nächste Flugreise mit einer möglichst geringen Negativbilanz für das Klima zu bestreiten, der sollte sich an einen dieser Anbieter wenden und dort eine Kompensationszahlung ableisten.