Wieviel darf ein Urlaub kosten? Kostenfallen erkennen und ausschalten

Nicht immer ist Onlinebuchen die günstigste Variante für deinen Urlaub - vor allem dann, wenn du in eine der Fallen der Reiseanbieter tappst! Wir zeigen dir worauf du beim Buchen achten solltest. Außerdem verraten wir dir in diesem Artikel die wichtigsten arbeitsrechtlichen Bestimmungen zum Thema Urlaub und warum du Urlaub am besten nicht "auf Pump" buchen solltest!

Kostenfalle Urlaub – genau hinsehen statt ärgern

Im Urlaub solltest du eine schöne Zeit verbringen und sich vom alltäglichen Stress erholen. Damit es hierfür keine Hindernisse oder böse Überraschungen gibt, solltest du schon bei der Buchung (vor allem bei Online-Buchungen) genauer hinsehen. Immer wieder verstecken sich Kostenfallen, die den Urlaub am Ende wesentlich teurer machen können.

Aufschläge bei Zahlungsmethoden

Manche Anbieter ermöglichen bestimmte Zahlungsmethoden nur durch Aufzahlung einer Gebühr. Seit einiger Zeit muss man laut Verbraucherzentrale jedoch kostenlos die Möglichkeit bekommen, mit einer in Deutschland üblichen Zahlungsmethode zu bezahlen. Lediglich bei ausgefalleneren Zahlungsmethoden, wie zum Beispiel bei ausländischen Kreditkarten oder Firmenkarten dürfen weiterhin Gebühren anfallen.

Tücken auf den Buchungsportalen

Schon beim Aufbau gewisser Buchungsportale versucht man Kunden Geld aus der Tasche zu ziehen oder sie in ihrem Kaufverhalten zu beeinflussen. So gibt es zum Beispiel Buchungsportale, bei denen die zu buchbare Reiseversicherung bereits standardmäßig angehakt ist. Man muss sie manuell entfernen, um sie nicht tatsächlich mitzubuchen. Tut man dies, wird man häufig mit Warnhinweisen und ähnlichem mehrfach gefragt, ob man tatsächlich ohne Versicherung buchen möchte.

Befasse dich in Ruhe mit deiner Buchung und wähle ohne Stress, lese nach und erkundige dich – nur dann kannst du solche Fallen erkennen und vermeiden.

Flugbuchung: Vorsicht bei Gepäck und gebuchten Sitzplätzen

Die vielen Billigfluganbieter holen sich ihr Geld meist wieder über Gebühren für Gepäck und Sitzplatzbuchungen zurück. Wer sich hier nicht rechtzeitig informiert und den Flug richtig bucht, erlebt am Flughafen schnell ein böses Erwachen. Kosten von bis zu 75 Euro für ein zusätzliches Gepäckstück sind keine Seltenheit. Im Basispreis ist meist nur das Handgepäck enthalten.

Urlaub im Arbeitsreicht – das sollen Sie wissen!

Obwohl wir jedes Jahr ein paar freie Tage genießen, wissen die meisten von uns noch nicht einmal, wie das Thema Urlaub arbeitsrechtlich im Detail aussieht. Aus diesem Grund haben wir für dich hier die wichtigsten und wissenswertesten Facts aus dem Arbeitsrecht zusammengestellt:

  1. Wieviel Urlaubsanspruch habe ich pro Jahr? Bei einer Fünftagewoche hast du laut Gesetz Anspruch auf 20 Tage bezahlten Urlaub pro Jahr. Bei einer Sechstagewoche beträgt der Urlaubsanspruch mit 24 Tagen entsprechend mehr.
  2. Drei Wochen am Stück in den Urlaub – geht das? Gesetzlich sind 10 Tage am Stück (bei einer Fünftagewoche) bzw. 12 Tage am Stück (bei einer Sechstagewoche) festgelegt.
  3. Urlaub in der Probezeit? Während der Probezeit steht dir der anteilige Urlaubsanspruch zu, pro Monat also 1/12 des gesetzlichen Jahresurlaubsanspruchs.
  4. Urlaub ohne Einverständnis des Chefs? Vorsicht: Der Arbeitgeber darf deinen Urlaub zwar nicht grundlos stornieren, hat bei triftigen Gründen jedoch durchaus das Recht dazu. Wer ohne Einverständnis der Firma in den Urlaub fährt, riskiert eine fristlose Kündigung oder zumindest eine Abmahnung.
  5. Habe ich als Elternteil Anspruch auf Urlaub in den Schulferien? Der Gesetzgeber sieht das nicht vor. In vielen Firmen wird darauf jedoch Rücksicht genommen.
  6. Geld statt Urlaub? Sich nicht konsumierten Urlaub ausbezahlen zu lassen geht nur dann, wenn man sein Arbeitsverhältnis beendet hat und seinen Resturlaub nicht mehr konsumieren konnte. In anderen Fällen ist eine Auszahlung nicht möglich

Urlaub „auf Pump“ – per Ratenzahlung in die Ferien

Es klingt verlockend: Jetzt in den Urlaub fahren und erst im kommenden Jahr bezahlen oder langfristig auf mehrere Monate per Ratenzahlung bezahlen.

by Gellinger | pixabay.com

Viele Deutsche entscheiden sich bei der Urlaubsbuchung für eine Fremdfinanzierung und schließen dafür einen Kredit ab. In der Regel werden solche Konsumkredite für Reisen noch bei der Hausbank abgeschlossen, viele Reiseveranstalter wittern hier jedoch einen neuen Geschäftsbereich und bieten bereits während der Buchung die Option „Ratenzahlung“ an.

Gerade das bleibt jedoch meist nicht ohne Gefahren und überhöhte Gebühren.

Servicegebühren und überhöhte Zinsen

Die sogenannten Servicegebühren für die Ratenzahlung von Reisen sind nicht gerade günstig und müssen vorab bezahlt werden. Wie hoch diese sind hängt von der gewählten Zahlungsvariante ab. Bei einer 12 monatigen Ratenzahlung liegt sie in der Regel bei 12 Prozent des Reisepreises. Außerdem schlagen die Reiseveranstalter mit hohen Zinsen zu buche. Bei einer 12 monatlichen Laufzeit kommst du da schon mal auf ganze 27 Prozent effektiven Zinssatz!

Kredit für Urlaub? Eine Sache der eigenen Einstellung…

Neben der Tatsache, dass der Kredit für die geliebte Reise wahrscheinlich bei der eigenen Hausbank am günstigsten ist, solltest du dir immer auch die Frage stellen, ob du dich für eine Reise tatsächlich verschulden möchtest. Noch lange danach dafür zu bezahlen, während der Urlaub selbst schon längst vorbei ist, ist nicht jedermanns Sache und will wohl überlegt sein.

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